Ist unsere Ernährung krank?

Meine Professorin und Doktormutter hat mich kürzlich darauf hingewiesen, dass es streng genommen gar keine "gesunde Ernährung" gibt. Höchstens eine "gesunderhaltende Ernährung". Und selbst das ist meiner Meinung nach noch fraglich, denn die allgemeinen Empfehlungen - das was wir Ernährungswissenschaftler als gesund betrachten - sind im Alltag nicht unbedingt hilfreich. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto mehr gewinne ich den Eindruck, dass das eigentliche Thema nicht lautet: "Wähle die richtigen Lebensmittel!", sondern: "Wähle die richtige Einstellung zum Essen!"

Falsch essen mit gesunder Ernährung

Essen ist ein so fundamentaler Bestandteil unseres Seins, dass man Kopf und Magen nicht trennen kann. Außerdem scheint es zwischen den beiden auch einen direkten Informationsaustausch zu geben (Näheres dazu bei Uwe Knop). Mit dem Essen verbinden wir Gefühle und mit manchen Gefühlen verbinden wir Essen. Dazu gehören allerdings auch negative Gefühle wie Langeweile oder Frust. Oder Angst vor einer ungesunden Ernährung. Denn die Idee der "gesunden Ernährung" enthält im Umkehrschluss die Vorstellung, dass vom Essen bei falscher Anwendung eine Gefahr für Leib und Leben ausgeht.

Diese Gefahr wird meiner Meinung nach jedoch stark überschätzt und hält uns vielmehr davon ab, das zu essen, was wir in der jeweiligen Situation wirklich brauchen. Anstatt auf unseren Hunger und Appetit zu hören, regulieren wir uns, versuchen uns zu überlisten und bieten unserem Körper "gesunde" Alternativen, die uns aber niemals zufrieden machen können. So lernen wir, Ernährung als etwas Schwieriges zu begreifen, das immer Kontrolle braucht und häufig zu Frust führt. So ein Verhalten kann weder für den Körper noch für den Geist gesund sein!

Ich rate Dir daher, nicht länger über "gesunde" Ernährung nachzudenken sondern mehr Spaß am Essen zu haben. Du musst nicht bei jedem Lebensmittel erst mal das "Für und Wider" abwägen, den Zucker- oder Fettgehalt analysieren. Essen ist nicht unser Feind, der uns hinterrücks die Kilos aufschmuggelt oder versucht uns mit Zusatzstoffen zu vergiften. Du musst weder Kalorien zählen, noch dich um andere Inhaltsstoffe kümmern.

Sei nett zu Dir selbst!

Du musst Dich nur um Dich kümmern. Versuche herauszufinden was Du brauchst: Iss das wonach Dir ist, wenn Du Hunger hast! Beschäftige Dich, wenn Dir langweilig ist und such Dir ein offenes Ohr, wenn Du frustiert bist! Koch Dir selbst etwas Schönes so oft Du kannst und genieße den Geschmack. Überrasche Dich (und deine Umwelt) mit neuen Rezepten. Und verschwende deine Zeit nicht damit, darüber nachzudenken, was oder wieviel  Du essen sollst.

 

Aufgepasst: Diese Empfehlungen gelten für gesunde Menschen! Wenn Du eine Krankheit hast, die dein Essen beeinflusst und Du zusätzlich zu Deiner ärztlichen Therapie Tipps möchtest, schreib mir bitte eine Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

 

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