Lesend vor dem Kühlregal


Wenn ich neue Leute kennen lerne, fragen sie mich häufig, ob ich als Ernährungswissenschaftlerin besonders darauf achte, welche Lebensmittel ich einkaufe. Na klar, sag’ ich, ich versuche so viel Bio und regionale Ware zu kaufen wie möglich. Was mich beim Einkaufen jedoch hauptsächlich von „normalen“ Menschen unterscheidet: Du siehst mich im Supermarkt immer lesend und zwar die Zutatenlisten der Produkte.



 

Keine Geheimnisse

In der Zutatenliste sind alle enthaltenen Zutaten aufgeführt und zwar von viel nach wenig. Außerdem kann ich nachschauen, ob Zusatzstoffe für ein Produkt verwendet wurden und wenn ja, welche und vor allem wie viele verschiedene? So ist beispielsweise auf den ersten Blick zu erkennen ob die Vollkorn-Cornflakes tatsächlich vorwiegend aus Vollkornweizen bestehen, denn in diesem Fall müsste diese Zutat an erster Stelle stehen. Außerdem kann man sehen wie weit vorne Zucker in der Liste steht und ob künstliche Aromen verwendet wurden.

Schön, lecker, haltbar – gesund?

Zusatzstoffe sind an sich nicht unbedingt problematisch. Sie werden eingesetzt um Produktion, Lagerung und Verzehr von Produkten einfacher zu machen. Die Angebotsvielfalt, wie Du sie aus den Supermärkten gewohnt bist, wäre ohne diese Stoffe gar nicht möglich. Ohne Zusatzstoffe wären Lebensmittel weniger schön (Farbstoffe), weniger schmackhaft (Aromastoffe) und weniger lang haltbar (Konservierungsstoffe). Andererseits werden Zusatzstoffe mitunter auch gezielt dazu eingesetzt, schlechte Qualität zu kaschieren und besonders die künstlichen Zusatzstoffe stehen im Verdacht gesundheitlich bedenklich zu sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns fragen, in welchen Lebensmitteln welche Zusatzstoffe Sinn machen.


Haltbares Brot und schnelles Essen

Ein Beispiel: Brot. Im Grunde braucht man dafür nur wenige Zutaten: Getreidemehl oder -schrot (=grob gemahlenes Getreide), Wasser, Salz, Brotgewürz, Hefe oder Sauerteig. Es braucht allerdings kein Konservierungsmittel (z.B. Proprionsäure). Dieser Stoff wird jedoch häufig zugesetzt, um das Schimmeln zu verhindern. Ich greife in dem Fall lieber zu einer Alternative, die frei von Konservierungsstoffen ist ­­– und esse das frische Brot auf, bevor es schimmelt. Schwieriger ist die Situation bei Fertigprodukten. Sie sollen lange lagerfähig sein und bei der Zubereitung wenig Arbeit machen. Dafür muss man Konservierungsstoffe nun mal in Kauf nehmen. Hier ein Beispiel. Da hilft nur eins: Selber kochen!

Mein Urteil lautet deshalb: Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Geh mit offenen Augen einkaufen und frag Dich, ob Du all das mitessen musst, was Du auf der Zutatenliste findest!

Einen spannenden Beitrag mit vielen weiteren Informationen zu diesem Thema findest du in der ZDF Mediathek.

 

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